Autoren
Beatrice Schaerli-Corradini, geboren 1952 in Zürich, ist promovierte Psychologin und Psychotherapeutin. Sie hat verschiedene Fachbücher zur Jugendpsychologie verfasst, so „Bedrohter Morgen. Kind, Umwelt und Kultur“ (1991) und „Bilder des Schreckens – Schreckliche Bilder“ (1994). Der vorliegende Text ist ihre erste literarische Veröffentlichung. Die Autorin lebt in Bonnieux, Frankreich.
____________________
Jahre der Befreiung
Jene schweizerische Vergangenheit, in der politisch die alte Ordnung herrschte und die Stadt, der Adel und die Geistlichkeit das Leben der Menschen bestimmten, in der es keine allgemeine Schulpflicht gab, der Hunger infolge schlechter Ernten ebenso allgegenwärtig war wie die Krankheit – denn Hygiene sowie medizinische Versorgung waren nur rudimentär vorhanden –, liegt weniger weit zurück als wir glauben könnten.
Wie der Arzt Johann Sigg gegen den Willen der Oberen und die Überzeugung der Patienten an der Entwicklung der Medizin und Psychiatrie arbeitete, davon handelt dieses Buch, dem ein sorgfältiges Quellenstudium zugrunde liegt. „Jahre der Befreiung“ ist der erste von zwei Bänden. Darin zeichnet die Autorin mit grossem Einfühlungsvermögen und aus verschiedenen Erzählperspektiven ein lebensnahes Bild der Biedermeierzeit. Der zweite Band, „Wege ins Unsichtbare“, wird die Schilderung in die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts fortsetzen.
Historischer Roman, 244 Seiten
munda, Brugg 2011
Ladenpreis 28.50 CHF, 22.00 € [D], 22.50 € [A]
ISBN 978-3-905993-02-8
Unterwegs in eine neue Zeit
"Die Biedermeierzeit in der Zürcher Landschaft hatte wenig beschaulichen Charakter. Im Roman "Jahre der Befreiung" beschwört Beatrice Schaerli-Corradini eine Welt zwischen (Aber-)Glauben und Aufklärung - ausgehend vom Schloss Eigenthal in Flaach.
Es ist ein tiefgründiges Sittenbild, das die Psychologin und Psychotherapeutin zeichnet. Einfühlsam ist sie bei den leidenden Kreaturen, abgeklärt beim sezierenden Doktor. ... Wenn Kinder auftreten, sich verlegen am Oberschenkel kratzen und das Gegenüber nicht anschauen, spricht die erfahrene Psychotherapeutin. ... Aber auch das Innenleben erwachsener Personen, insbesondere der Frauen, wird anschaulich. Während die wörtliche Rede im Buch in einer altertümlichen Sprache gehalten ist, die Distanz zum modernen Leser schafft, sind die Menschen darin zum Greifen nahe."
Gabriele Spiller im Landboten vom 30. Dezember 2011