Autoren
Christel Wollmann-Fiedler wurde in Untersuhl Kreis Eisenach in Thüringen geboren und besuchte die Schulen in Goslar am Harz. Nach ihrer praktischen Ausbildung zur Fotografin in Braunschweig besuchte sie die Fachschule für Fotografie und Grafik in Hamburg und absolvierte ein Praktikum in München. Danach arbeitete sie als Fotografin an der Freien Universität Berlin. Sie lebte kurze Zeit in Nordfriesland und über dreissig Jahre in der Universitätsstadt Tübingen. Seit 2003 wohnt und arbeitet sie als freie Fotografin und Autorin in Berlin. Sie hat bisher über vierzig fotografisch-literarische Ausstellungen gestaltet und neun Bücher veröffentlicht, darunter sechs fotografische Bildbände und den Schiller-Kalender 2009. Nachdem sie schon 2005 ein Buch mit Fotos und Texten zur Zeitzeugin und Bildhauerin Ingeborg Hunzinger vorgelegt hat, legt sie nun ein von Fotos begleitetes Gespräch mit der Zeitzeugin Hedwig Brenner aus Czernowitz vor.
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"Czernowitz ist meine Heimat"
Gespräche mit der Zeitzeugin Hedwig Brenner
Zwei Frauen im Gespräch: Die Fotografin Christel Wollmann-Fiedler hat die 1918 in Czernowitz geborene, heute in Israel lebende Zeitzeugin und Autorin Hedwig Brenner einfühlsam zu ihrem Leben befragt. Entstanden ist eine spontan und lebendig geschilderte Reise durch das zwanzigste Jahrhundert in Czernowitz und allgemein in Osteuropa. Wir erfahren vom Untergang des Habsburgerreichs, vom aufkommenden Nationalismus in Rumänien, von sowjetischer Besetzung mit Deportationen, von der Besetzung durch die Nazis und deren Judenvernichtung, vom Leben im kommunistischen Rumänien und schliesslich von der Emigration nach Israel.
Gesprächstext mit über 100 Fotos von Schauplätzen, 164 S.
munda, Brugg 2009
Ladenpreis 29.50 CHF [unverbindliche Empfehlung], 18€ [D], 18.50 € [A]
ISBN 978-3-9523161-5-3
Im schmalen, vorliegenden Band, „Czernowitz ist meine Heimat“ liegt der Focus mehr auf Hedwig Brenners Leben in Assoziationen, die Wollmann-Fiedler durch knappe, kluge Fragen heraufbeschwört. Gerade dieses an sich banale „Alles im Leben ist Zufall“, wird illustriert durch Hedwig Brenners flash-backs, und gewinnt dadurch wahrhaftige und grosse Bedeutung! Das Czernowitzer Ghetto wurde nach und nach „aufgelöst“. d.h. man deportierte täglich Menschen. „Meine Mutter war schon am Sammelplatz, und die Frau eines Pfarrers, die im Haus meiner Mutter gewohnt hat, ging zum Kommandeur und sagte: „Wenn diese Familie deportiert wird, dann gehe ich mit. Ich bin Witwe eines Pfarrers, und diese Familie hat mich versteckt während der Russenzeit.“ Dann unterschrieb der Kommandeur einen Wisch und meine Mutter, Tante und Onkel konnten nach Hause. Alles ist Zufall im Leben!“
Rahel E. Feilchenfeldt in "Zwischenwelt", Nr. 1, 2010
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