Autoren
Marthi Pritzker-Ehrlich wurde 1944 in Zürich geboren, lebte ab 1984 in Brugg und starb 1998 im Kantonsspital Aarau. Sie doktorierte an der Universität Zürich in Geschichte und arbeitete zehn Jahre lang als Gymnasiallehrerin an der Alten Kantonsschule Aarau, bevor sie freischaffende Historikerin wurde und sich den Themen Migration und gesellschaftliche Gewalt widmete. Sie publizierte unter anderem „Michael Schlatter von St. Gallen (1716-1790), eine biographische Untersuchung zur schweizerischen Amerikaauswanderung des 18. Jahrhunderts“, Zürich 1981; „Schweizer Scharfrichterkandidaten 1938/1939 - Materialien von Boris Pritzker“, Frankfurt am Main 1993, Neuauflage ergänzt durch fünf Aufsätze der Autorin zum selben Thema, Peter Lang Verlag, Bern 1999; „Sehnsucht nach der Erfüllung - Forschungen zu Psychose und Psychopharmaka 1940-1948, zum 125-Jahr-Jubiläum der Psychiatrischen Klinik Königsfelden“, Notizen von Boris Pritzker, Berlin 1997; „Jüdisches Emigrantenlos 1938/1939 und die Schweiz - Eine Fallstudie“, Peter Lang Verlag, Bern 1998. Sie hinterliess die vorliegende Dokumentation, die von ihrem Ehemann Andreas Pritzker für die Publikation vorbereitet wurde. Zudem verfasste sie mehrere Radio-Hörbilder zu historischen Themen.
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Heiko Haumann verfasste das Vorwort zur Dokumentation. Er wurde 1945 geboren und studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Pädagogik an den Universitäten Marburg und Frankfurt am Main. Seit 1991 ist er Professor für Osteuropäische und Allgemeine Geschichte an der Universität Basel. Er veröffentlichte mehrere Werke zum Forschungsgebiet Osteuropa, besonders auch das Standardwerk „Geschichte der Ostjuden“.
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Gestörte Bürgerlichkeit 1
Zeugnisse einer jüdisch-christlichen Familie in Briefen, Dokumenten und Bildern
Band 1 1802-1937
Dies ist die Chronik einer aussergewöhnlichen Familie, deren Vorfahren in Ostpreussen, in Böhmen, im Rheinland, in Berlin, Wien und Zürich beheimatet waren. Im Zentrum stehen die komplizierten Liebesbeziehungen zwischen der lutherischen, religiösen Kaufmannstochter aus Wiesbaden und dem temperamentvollen jüdischen Militäringenieur aus Böhmen; zwischen der bildungshungrigen Tochter aus dem ostpreussischen Provinznest Eydtkuhnen und dem urbanen Rechtsanwalt aus Wien; schliesslich zwischen der sportlichen, emanzipierten jüdischen Medizinstudentin aus Wien und dem konservativen, reformierten Bildungsbürger und Juristen aus Zürich.
Wie der Alltag dieser Personen aussah, wie sie die Geschichte erlebten, wie ihr bürgerliches Dasein nicht nur durch Herkunft und persönliche Entwicklungen, sondern durch die Judenverfolgung der Nationalsozialisten und die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs empfindlich gestört wurde, liest sich spannend und gibt uns Einsicht in eine vergangene Welt.
Erzählte Geschichte, 685 S., zahlreiche Abbildungen
munda, Brugg 2007
Ladenpreis 85 CHF [unverbindliche Empfehlung], 49 € [D], 50.40 € [A]
ISBN 978-3-9523161-0-8
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Gestörte Bürgerlichkeit 2
Zeugnisse einer jüdisch-christlichen Familie in Briefen, Dokumenten und Bildern
Band 2 1938-1948
Der Umfang des Materials erfordert die Veröffentlichung in zwei Bänden. Zur besseren Lesbarkeit sind Vorwort, Einleitung sowie die Anhänge in beiden Bänden enthalten.
Erzählte Geschichte, 637 S., zahlreiche Abbildungen
munda, Brugg 2007
Ladenpreis 82 CHF [unverbindliche Empfehlung], 47 € [D], 48.40 € [A]
ISBN 978-3-9523161-1-5
Jedenfalls ist - wie Heiko Haumann in seinem Vorwort ausführt - ein Werk entstanden, das exemplarisch geschichtliche Welten entstehen lässt, durch die uns das damalige Leben gegenwärtig wird, das nicht nur für die wissenschaftliche Forschung von unschätzbarem Wert ist, sondern auch in breiteren Kreisen das Verständnis für die besondere Situation der Juden und der Minderheiten überhaupt zu wecken vermag.
Heinrich Staehelin, Aargauer Zeitung, 28. Dezember 2007
Diese Dokumente geben einen tiefen Einblick in Alltagswelt und Tagesablauf der beteiligten Familien mit über halb Europa verstreuten Wohnsitzen und zeigen das verwickelte Beziehungsgeflecht christlich-jüdischer Annäherung oder besser Absorption auf, das dann weiter kompliziert wird durch die auch sozial unterschiedliche Herkunft der verschiedenen Personen, die man in ihren Briefen teils über Jahrzehnte verfolgen kann. Der Originalwortlaut der Briefe und Dokumente lässt den historisch Interessierten viel begreifen.
Michael Kühntopf, Schweizer Monatshefte 969, Mai/Juni 2009
Die beiden Bände "Gestörte Bürgerlichkeit" enthalten, wie hier angedeutet wurde, mit ihrer erstaunlichen Fülle von beeindruckenden persönlichen , menschlichen und historischen Dokumenten - die sogar durch einen Index erschlossen sind - ein überaus wichtiges, präzise ediertes und kommentiertes Quellenmaterial für künftige Historiker des mitteleuropäischen Judentums.
Evelyn Adunka, Zwischenwelt, Nr. 1-2, August 2010
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Druck und Verbreitung dieses Werks wurden freundlicherweise
von der Regierung des Kantons Aargau finanziell unterstützt.
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